Heilkräuterlexikon, Heilkräuter und Heilpflanzen von A-Z:

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Wogegen ist die Heilpflanze/das Heilkraut wirksam, wogegen hilft sie, wie wird sie als Hausmittel angewendet, welche Wirkstoffe sind enthalten, wann wird sie gesammelt - sowie sonstige interessante und hilfreiche Tipps und Infos.


Kamille

Botanische Bezeichnung

Matricaria chamomilla  

Volksmund

Feldkamille
Kornkamille
Kummerblume 

Wirkstoffe

Ätherische Öle
Chamazulen
Bisabolol
Bitterstoffe
Cumarine
Flavonoide
Cholin
Schwefel
Kalzium 

Wirksamkeit

Abszesse
Magenschmerzen
Blähungen
Brechreiz
Darmkrämpfe
Durchfall
Bauchweh
Entzündung der Mundschleimhaut
Furunkel
Gastritis
grippale Infekte
Halsentzündung
Hämorrhoiden
Husten
Koliken
Menstruationsbeschwerden
Nagelbettentzündung
Nierenkolik
Hautleiden
schlecht heilende Wunden
Übelkeit  

Anwendungsmöglichkeiten

Tee:

2 TL getrocknete Blüten - mit 1/4 l heißem Wasser aufgießen - zudecken - nach 10 Min. abseihen. Tägl. 3 Tassen trinken.
Auch zum Gurgeln geeignet. 

Wein:

ca. 50 g Blüten - in 1 l trockenem Weißwein ansetzen - nach 10 Tagen abseihen. 

Tinktur:

20 g getr. Blüten in 150 ml 70 %-igem Alkohol 7 Tage ziehen lassen, anschließend abseihen und in einem dunklen Fläschchen aufbewahren.

Tinkturanwendung:
akute Gallen- und Nierenkolik: 20 Tropfen sofort einnehmen und dies bis zum Nachlassen der Schmerzen alle 5-10 Min. wiederholen.

Gastritis und Magengeschwür: 10-15 Tropfen jeweils nach den Mahlzeiten einnehmen, zumindest 4 Wochen hindurch.

Hals- und Rachenentzündung: Tinktur mit Wasser auf das Dreifache strecken und regelmäßig gurgeln.

Menstruationsbeschwerden: beginnend mit 3 Tagen vor der Regel bis zu deren Ende jeweils 10-15 Tropfen nach den Mahlzeiten einnehmen. 

Interessantes:

Die Kamille ist die bekannteste Heilpflanze, quasi ein Universalheilmittel.

Auch hartnäckigste Nagelbettentzündungen können mit Finger- und Fußbädern erfolgreich behandelt werden.  

Sammelzeit:

Mai - September (am wirkstoffreichsten bei zunehmendem Mond) 

Tipp:

Nicht nur bei der Kamille, auch bei all den anderen Heilpflanzen ist definitives Faktum, daß nicht der jeweilig isolierte Wirkstoff für die Heilung dieser oder jener Beschwerden alleine zuständig ist, sondern die pflanzentypische Wirkstoffkombination, also deren Summe.
Extrakte, etc. gut und schön - aber sie sind nicht mehr als ein momentaner - und nicht zu selten nur ein kümmerlicher - Ersatz für das Vollprodukt. Auch wenn die Chemieindustrie Ihnen das Gegenteil weismachen (=verkaufen!) will.